Die belgischen Sicherheitsdienste nahmen am Donnerstag, den 9. Oktober, in Antwerpen drei junge Erwachsene fest. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Ermittler einen selbstgebauten Sprengsatz, Stahlkugeln, einen 3D-Drucker und Pläne zum Einsatz einer Drohne. Mehrere Politiker sollen Ziel eines dschihadistisch inspirierten Anschlags gewesen sein, sagt die Staatsanwaltschaft. Einer von ihnen ist sicher Premierminister Bart De Wever. Dies zeigt, dass Terrorismus zurück ist und nie weg war.
Moderne Technologie als Waffe
Dies ist das erste Mal in Belgien, dass eine Drohne möglicherweise als terroristische Waffe eingesetzt werden sollte, obwohl das gleiche Phänomen bereits zuvor in Nachbarländern vorkam. Im März wurde in Frankreich ein ähnlicher Anschlag mit einer Drohne vereitelt, erzählte Ann Lukowiak, Pressesprecherin der Bundesstaatsanwaltschaft.
Man sieht es häufiger: Technologie, die zunächst für kommerzielle oder Freizeitzwecke entwickelt wird, ist dadurch auch leicht zugänglich für Menschen, die damit schlechte Dinge tun wollen. Über den genauen Plan gegen Premierminister Bart De Wever bleiben die Behörden logischerweise vage, aber bei Hausdurchsuchungen wurden auch eine (noch nicht aktive) Sprengladung, Stahlkugeln und ein 3D-Drucker gefunden.
Warum sind Drohnen gefährlich?
Drohnen stellen eine einzigartige Bedrohung dar, weil sie:
- Relativ günstig und leicht erhältlich sind
- Ferngesteuert werden können
- Schwer zu erkennen und zu stoppen sind
- Ladungen an schwer erreichbare Orte transportieren können
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Was wissen wir über die Verdächtigen?
3 junge Männer festgenommen
Die Polizei nahm drei junge Erwachsene im Alter von 18, 23 und 24 Jahren fest, alle in Antwerpen. Einer von ihnen wohnte ganz in der Nähe des Hauses von Premierminister Bart De Wever, dem Ziel ihres Anschlags. Sie kannten sich persönlich. Der älteste Verdächtige wurde mangels Beweisen bereits wieder freigelassen.
- Auffällig: Der 18-Jährige studierte Verteidigung und Sicherheit am Sint-Norbertus-Institut. Der 23-Jährige absolvierte eine Cybersecurity-Ausbildung an einer Hochschule. Inzwischen fand auch eine Hausdurchsuchung am Sint-Norbertus-Institut statt.
Dschihadismus als Motiv
„Es gibt Hinweise darauf, dass beabsichtigt war, einen dschihadistisch inspirierten terroristischen Anschlag zu verüben, der auf Politiker gerichtet war“, erzählte Bundesanwältin Ann Fransen. Auch andere belgische Politiker sollen Ziel des Anschlags sein.
Der breitere Kontext zunehmender Bedrohung
Die Bedrohungsstufe in Belgien steht derzeit auf 3 auf einer Skala von 4, was bedeutet, dass ein Anschlag als möglich und wahrscheinlich eingeschätzt wird. Diese Stufe gilt bereits seit Oktober 2023.
Die Zahlen sprechen für sich:
- Dieses Jahr wurden bereits 80 neue Terrorermittlungen eröffnet, mehr als die Gesamtzahl in 2024
- Letztes Jahr benötigten mehr als 100 Magistrate und Politiker zusätzliche Sicherheit, weil sie ins Visier genommen wurden







