Der Goldpreis liegt heute, am 18. Februar 2026, bei etwa 133.800 Euro pro Kilogramm – oder etwa 4.163 Euro pro Feinunze. Gold reagiert immer auf das, was in der Welt geschieht, und die Welt sendet derzeit viele Signale aus. Ist und bleibt dieses Edelmetall ein zuverlässiger Puffer?
Warum Gold jetzt relevanter ist als je zuvor
Gold hat etwas, das kein anderer Besitz hat: Es existiert seit Tausenden von Jahren als Wertnachweis und hat noch nie seine gesamte Kaufkraft verloren. Das ist eine Eigenschaft, die man bei keiner Währung, Anleihe oder Aktie findet. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischer Spannungen oder monetärer Instabilität suchen Menschen – von gewöhnlichen Familien bis zu großen Zentralbanken – Zuflucht bei dem Edelmetall. Nicht weil die Rendite spektakulär ist, sondern weil es einen Anker bietet, wenn der Rest des Finanzsystems wankt.
2025 war ein außergewöhnliches Jahr für Gold: Der Preis stieg um mehr als 50 Prozent, die stärkste Rendite seit Jahrzehnten. Zentralbanken weltweit kauften massiv Gold auf, teilweise um weniger abhängig vom US-Dollar zu werden – ein Prozess, den Analysten „De-Dollarisierung“ nennen. Heute macht Gold durchschnittlich etwa 25 Prozent der weltweiten Zentralbankreserven aus, gegenüber nur 10 Prozent vor zehn Jahren. Diese Entwicklung sagt etwas aus.
Ich denke, dass viele Menschen Gold immer noch als etwas aus einer anderen Zeit betrachten – etwas, das Ihr Großvater aufbewahrte. Aber wer heute darauf schaut, was in Europa, im Nahen Osten, an der ukrainischen Grenze oder in den Handelsbeziehungen zwischen großen Mächten vor sich geht, versteht, warum das Edelmetall wieder so zentral steht.
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Der Goldpreis 2026: Was spielt eine Rolle?
Ein Rekordjahr, das noch nicht vorbei ist
Im Jahr 2025 erreichte der Goldpreis mehr als fünfzig Mal einen neuen Rekord. Anfang 2026 setzte sich diese Bewegung fort. Ende Januar notierte Gold offiziell über $1.000 pro Feinunze. Das war ein Niveau, das lange Zeit für unmöglich gehalten wurde. Wer Anfang 2020 Gold kaufte – als der Preis zum ersten Mal über $1.000 stieg – hat seine Investition seitdem im Dollarwert mehr als verdoppelt.
Was treibt diesen Preis? Mehrere Faktoren spielen gleichzeitig:
- Geopolitische Spannungen: die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten lenken Kapital in Richtung sicherer Häfen.
- Inflationsangst: in den USA schwankt die Inflation immer noch über 2 Prozent, was den Realzins (Zins minus Inflation) nahezu null oder sogar negativ macht. Wenn Sparen nichts bringt, wird Gold attraktiver.
- Zentralbankkäufe: J.P. Morgan schätzt, dass Zentralbanken im Jahr 2026 durchschnittlich rund 755 Tonnen Gold kaufen werden — eine strukturelle Nachfrage, die den Markt unterstützt.
- ETF-Zufluss: Anleger, die über Fonds in Gold einsteigen, sorgen für zusätzliche Nachfrage.
⚱️ Überzeugende Empfehlung
Goldman Sachs nannte Gold bereits „unsere überzeugendste Kaufempfehlung“ und erwartet, dass der Preis Ende 2026 in Richtung 5.000 Dollar pro Unze gehen kann. Das sind keine garantierten Vorhersagen, aber sie zeigen, wie ernst große Akteure den Trend nehmen.
Was erwarten Analysten für den Rest von 2026?
ABN AMRO sieht eine Stabilisierung nach einer anhaltenden Rally Anfang 2026 voraus. Der World Gold Council skizziert vier Szenarien, von einer Seitwärtsbewegung bis zu einem Anstieg von 15 bis 30 Prozent bei einer wirtschaftlichen Rezession. Es gibt auch ein Abwärtsszenario: Wenn die Inflation schnell fällt und der Dollar stark bleibt, kann eine Korrektur von 5 bis 20 Prozent auftreten. Wer Gold mit der Erwartung kauft, schnell reich zu werden, liegt daneben. Wer es als langfristigen Puffer betrachtet, hat historisch gesehen wenig Grund zur Klage: In den letzten 25 Jahren stieg der Goldpreis in Euro durchschnittlich um etwa 9 Prozent pro Jahr.
Wie kauft man physisches Gold?
Barren oder Münzen: Was wählt man?
Wer physisches Gold besitzen möchte, steht vor einer ersten Wahl: Barren oder Münzen. In der Praxis macht es für den Kernwert wenig aus – Gold bleibt Gold – aber es gibt Nuancen.
Goldbarren sind in der Regel etwas günstiger pro Gramm, besonders in größeren Formaten. Sie werden von anerkannten Raffinerien hergestellt und tragen oft eine LBMA-Zertifizierung (London Bullion Market Association), die weltweite Handelbarkeit garantiert. Gängige Gewichte reichen von 1 Gramm bis 1 Kilogramm, wobei die am meisten gehandelten Größen um 10, 20 oder 100 Gramm liegen.
Goldmünzen wie der Krugerrand (Südafrika), der Maple Leaf (Kanada), der Philharmoniker (Österreich) oder der American Eagle (USA) sind international anerkannt und leicht zu handeln – von einem Goldhändler in Amsterdam bis zu einer Wechselstube in Bangkok. Sie sind etwas teurer pro Gramm als Barren, bieten aber mehr Flexibilität beim Verkauf in kleineren Mengen. In Krisensituationen sind kleine, erkennbare Münzen praktischer als ein großer Barren, den man nicht einfach in Stücke teilen kann.
Wo kauft man zuverlässig Gold?
Kaufen Sie niemals über unbekannte Plattformen, soziale Medien oder Anbieter ohne Gütesiegel. Zuverlässige Händler sind transparent über ihre Preise, haben eine physische Adresse und bieten Gold mit klarer Zertifizierung an. Überprüfen Sie, ob das Gold mit einem LBMA-Gütesiegel oder einem Echtheitszertifikat mit Seriennummer versehen ist. Vergleichen Sie auch die sogenannte Prämie – den Betrag über dem Spotpreis, den Sie für Produktion und Vertrieb zahlen. Diese variiert je nach Anbieter und Format.

Gold aufbewahren
Dies ist der Teil, den Menschen am häufigsten unterschätzen. Sobald Sie physisches Gold in Händen haben, tragen Sie auch die Verantwortung für die Aufbewahrung. Es gibt drei gängige Optionen, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen.
Zu Hause aufbewahren
Die Aufbewahrung zu Hause gibt Ihnen maximale Kontrolle und direkten Zugang – auch wenn Banken geschlossen sind, Stromausfälle herrschen oder andere Situationen einen Strich durch die Rechnung machen. Das ist genau der Grund, warum viele Menschen, die in Begriffen von Selbstständigkeit denken, einen Teil ihres Goldes zu Hause aufbewahren.
Die Risiken sind real: Einbruch, Brand, Wasserschäden. Ein gewöhnlicher Haushaltstresor bietet wenig Schutz für erfahrene Einbrecher. Wer sich für die Aufbewahrung zu Hause entscheidet, tut gut daran, in einen schweren, verankerten Tresor mit EN 1143-1 Zertifizierung (Einbruchsicherheit) und Brandschutz zu investieren. Ein Wandtresor oder Bodentresor, der nicht sichtbar ist, verringert das Risiko erheblich. Melden Sie sich auch immer bei Ihrer Hausratversicherung und prüfen Sie, ob Gold abgedeckt ist – nicht alle Policen decken Edelmetall standardmäßig ab.
Eine praktische Faustregel: Erzählen Sie so wenigen Menschen wie möglich, dass Sie Gold zu Hause haben.
Bankschließfach oder Tresor
Ein Bankschließfach oder ein privates Schließfachunternehmen (wie De Nederlandse Kluis) bietet ein höheres Sicherheitsniveau. Ihr Gold bleibt Ihr Eigentum, unabhängig von der Bank. Nachteil: Sie sind von Öffnungszeiten abhängig. In extremen Krisensituationen – denken Sie an die Tage nach dem 11. September oder die Bankschließungen in Griechenland 2015 – war der Zugang zu einem Bankschließfach vorübergehend unmöglich. Das ist genau das Szenario, das manche Menschen vermeiden möchten, indem sie zu Hause eine Reserve halten.
Gold als Teil einer breiteren Strategie
Nicht alles auf ein Metall setzen
Gold ist ein Wertaufbewahrungsmittel, keine Gewinnmaschine. Wer erwartet, dass der Preis immer steigt, vergisst, dass es auch Korrekturen gibt. Zwischen 2013 und 2018 verlor Gold in Dollar mehr als 30 Prozent seines Wertes, bevor es wieder stieg. Wer in Panik bei einem Rückgang verkauft, verfehlt den Punkt: Gold funktioniert als Versicherung, nicht als Spekulation.
Eine vernünftige Streuung berücksichtigt mehrere Wertformen: neben Gold eventuell Silber (günstiger pro Einheit, aber achten Sie auf die Mehrwertsteuer), Barreserven, Lebensmittelvorräte und andere greifbare Mittel. Wer nur auf Gold setzt, verliert Flexibilität. Wer überhaupt kein Gold hat, hat kein Sicherheitsnetz außerhalb des Finanzsystems.
Kleine Schritte funktionieren auch
Sie müssen nicht gleich ein Kilo Gold kaufen. Eine Goldmünze von 1/10 Feinunze oder ein Mini-Barren von 1 Gramm sind prima Einstiegsniveaus, um zu beginnen. Über eine Methode der gestaffelten Käufe — jeden Monat eine kleine Menge — vermeiden Sie das Risiko eines schlechten Timings und bauen Sie schrittweise eine Position auf. Das ist ein Ansatz, der auch für Menschen mit begrenztem Budget machbar ist.
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Abschließende Gedanken
Gold ist kein Wundermittel und keine Garantie für Reichtum. Aber wer versteht, warum das Edelmetall seit Jahrhunderten seinen Wert behält — Knappheit, universelle Anerkennung, keine Abhängigkeit von Banken oder Regierungen — versteht auch, warum es einen logischen Platz in einer durchdachten Vorbereitung auf unsichere Zeiten einnimmt. Der heutige Goldpreis spiegelt eine Welt wider, die immer mehr nach greifbaren Sicherheiten verlangt. Ob dieser Trend anhält, weiß niemand. Aber die Frage, ob man ihn berücksichtigt oder nicht, ist durchaus eine, die sich lohnt.

