Es besteht eine ziemlich große Chance, dass Sie Mylar bereits kennen, ohne es zu merken. Die glänzende Innenseite einer Kaffeetüte, Chips oder getrockneter Suppe? Das ist dasselbe Material. Mylar ist eine Polyesterfolie mit einer ultradünnen Aluminiumschicht dazwischen, und genau diese Kombination macht es so besonders: Gas, Feuchtigkeit und Licht kommen nicht hindurch.
Für Menschen, die einen Lebensmittelvorrat anlegen, ist Mylar eine der zuverlässigsten Optionen auf dem Markt. Nicht weil es technologisch beeindruckend ist, sondern weil es einfach funktioniert. Mylar-Beutel können die Frische von Produkten bis zu 25 Jahre verlängern, wenn man sie richtig verschließt und mit Sauerstoffabsorbern kombiniert. Das Material wurde ursprünglich von DuPont in den fünfziger Jahren entwickelt und wurde sogar von der NASA wegen seiner außergewöhnlichen Barriereeigenschaften eingesetzt.
Wer einen Notvorrat für sich oder seine Familie aufbauen möchte, kommt eigentlich nicht umhin, Mylar-Beutel in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig sind sie kein Wundermittel: Man muss sie korrekt verwenden, um das Maximum herauszuholen.
Wie funktionieren Mylar-Beutel?
Das Material von innen betrachtet
Mylar besteht aus zwei Kunststoffschichten mit einer sehr dünnen Aluminiumschicht dazwischen. Dieses Metall macht das Material undurchlässig: Gas und Feuchtigkeit können nicht durch den Beutel dringen. Die äußere Schicht ist bedruckbar und robust, die innere Schicht ist lebensmittelecht und BPA-frei. Zusammen sorgen sie für eine Abdichtung, die mit industriellen Lebensmittelverpackungen vergleichbar ist.
Was Mylar von gewöhnlichen Plastiktüten oder Gefrierbeuteln unterscheidet, ist diese Aluminiumschicht. Licht — und vor allem UV-Licht — greift Vitamine und Fette an. Mylar blockiert das vollständig. Gewöhnliche (durchsichtige) Beutel tun das nicht.
Die Feinde der langfristigen Lebensmittellagerung
Lebensmittel verderben durch drei Faktoren: Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht. Ein Mylar-Beutel geht zwei davon direkt an (Feuchtigkeit und Licht), aber für Sauerstoff benötigt man ein zusätzliches Hilfsmittel.
Sauerstoffabsorber sind kleine Beutel, gefüllt mit Eisenpulver. Sie entfernen effektiv den gesamten Sauerstoff aus einer verschlossenen Umgebung wie einem Mylar-Beutel. Das Eisenpulver reagiert mit dem vorhandenen Sauerstoff, wodurch aerobe Bakterien und Schimmelpilze nicht wachsen können. Nach dem Verschließen des Beutels wird man bemerken, dass er sich leicht nach innen zieht — das ist normal, der Sauerstoff wird einfach verbraucht.
Achtung: Sauerstoffabsorber arbeiten schnell. Sobald man die Verpackung öffnet, hat man nur noch ein bis zwei Stunden, bevor sie verbraucht sind. Schnelles Handeln ist also angesagt.
Tipp: Sauerstoffabsorber sind nicht dasselbe wie Kieselgel (die bekannten Trockenmittel). Kieselgel absorbiert Feuchtigkeit, lässt aber Sauerstoff unberührt. Beide haben ihren Nutzen, aber für die langfristige Lebensmittellagerung ist ein Sauerstoffabsorber die richtige Wahl.
Welche Arten von Mylar-Beuteln gibt es?
Flache Beutel ohne Verschluss
Die einfachste Variante. Man füllt den Beutel, fügt einen Sauerstoffabsorber hinzu und verschließt ihn mit einem Bügeleisen oder einer Heißsiegelmaschine. Die ideale Siegeltemperatur liegt zwischen 160°C und 170°C für dünnere Beutel von 3,5 mil und zwischen 190°C und 220°C für dickere Beutel von 7 mil. Einmal gut verschmolzen, halten diese Beutel Jahrzehnte, wenn man sie richtig aufbewahrt.
Dieser Typ ist besonders geeignet für große Mengen trockener Produkte: Weizen, Reis, Haferflocken, Bohnen, Zucker. Man sollte sie danach am besten in einen robusten Kunststoffbehälter stellen, um sie vor Nagetieren und physischen Schäden zu schützen.
Ziplock Mylar-Beutel
Diese Beutel haben einen wiederverschließbaren Reißverschluss oben. Praktisch für den täglichen Gebrauch oder für Produkte, die man regelmäßig verwendet, wie Kräuter, Kaffee oder Trockenfrüchte. Sie bieten ausgezeichneten Schutz gegen Feuchtigkeit und Licht, aber für wirklich langfristige Lagerung (mehr als sechs Monate) ist es dennoch ratsam, auch den Reißverschluss mit einem Bügeleisen zu versiegeln.
Standbeutel (Stand-up Pouches)
Diese Beutel haben einen breiten, gefalteten Boden, wodurch sie aufrecht stehen. Praktisch, wenn man sie in einem Schrank ordnen möchte, ohne dass alles umfällt. Sie sind mit oder ohne Reißverschluss erhältlich und auch in Kombination mit einem durchsichtigen Fenster — allerdings bietet letzteres dann wieder weniger Lichtschutz.
Dickegrad: mil als Maßstab
Mylar-Beutel werden nach Dicke eingeteilt, ausgedrückt in mil (Tausendstel Zoll). Für die Lebensmittellagerung zu Hause gelten diese Faustregeln:
- 3,5 mil – geeignet für kurz- bis mittelfristige Lagerung (einige Monate bis einige Jahre), leichtere Produkte
- 5 mil – guter Mittelweg für die meisten Anwendungen
- 7 mil – für langfristige Lagerung, widerstandsfähig gegen mehr physische Gewalt und Ungeziefer
Ich würde selbst immer mindestens 5 mil wählen, wenn es um Notvorratslagerung geht. Der Mehrpreis hält sich in Grenzen und man kauft einfach mehr Sicherheit.
Was bewahrt man in Mylar-Beuteln auf?
Geeignete Produkte
Trockene, magere Lebensmittel wie Hafer und Getreide können jahrelang in einer sauerstoffarmen Umgebung gelagert werden. Getrocknetes Gemüse ist ebenfalls jahrelang haltbar. Konkret geht es unter anderem um:
- Reis, Weizen, Gerste, Haferflocken
- Getrocknete Bohnen, Linsen, Kichererbsen
- Zucker, Salz
- Trockenfrüchte (mit niedrigem Fettgehalt)
- Mehl, Maismehl
- Kräuter und Gewürze
- Kaffee und Tee
- Milchpulver und Eipulver
Was man besser nicht verwendet
Lebensmittel mit hohem Fettgehalt, wie Fleisch, Nüsse und Hülsenfrüchte, werden in nur 3 bis 12 Monaten nicht mehr schmecken, unabhängig davon, wie sie gelagert werden. Fett wird ranzig, und keine Verpackung kann das vollständig verhindern.
Vermeiden Sie auch Produkte mit einem Feuchtigkeitsgehalt über 10%. Botulismus ist ein reales Risiko bei feuchten Produkten in einer sauerstoffarmen Umgebung. Trocken ist die goldene Regel.
‼️ Achtung
Zucker und Salz benötigen keinen Sauerstoffabsorber — sie sind von Natur aus bereits gut haltbar. Ein Sauerstoffabsorber in einem Beutel Zucker sorgt zudem dafür, dass der Zucker verklumpt.
Wie verwendet man Mylar-Beutel Schritt für Schritt?
Vorbereitung
Stellen Sie sicher, dass Ihre Lebensmittel knochentrocken sind, bevor Sie beginnen. Überprüfen Sie auch Ihre Mylar-Beutel auf Risse oder schlechte Nähte — billige Exemplare können hier Mängel aufweisen. Legen Sie alles bereit: Beutel, Sauerstoffabsorber, Bügeleisen (oder Heißsiegelmaschine) und ein Holzlineal als Unterlage.
Befüllen und verschließen
- Füllen Sie den Mylar-Beutel mit Ihrem trockenen Produkt und lassen Sie oben ausreichend Platz (mindestens 5 cm).
- Fügen Sie einen Sauerstoffabsorber hinzu — 300cc-Absorber sind groß genug für Beutel bis etwa 25 x 40 cm, während 2000cc-Absorber für große Beutel von 35 x 50 cm oder mehr geeignet sind. Mylar Shop
- Drücken Sie so viel Luft wie möglich aus dem Beutel.
- Verschließen Sie den Beutel mit einem Bügeleisen bei hoher Temperatur. Bewegen Sie es langsam und überprüfen Sie, ob die Naht vollständig geschlossen ist.
- Lagern Sie die gefüllten Beutel in stabilen Plastikbehältern an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort.
Eine einfache Methode, den Beutel zu verschmelzen, ist mit einem Bügeleisen: Lassen Sie einen großzügigen Rand oben übrig und machen Sie ihn vollständig flach, bevor Sie bügeln.
Mylar-Beutel neben anderen Lagermethoden
Mylar-Beutel sind kein Ersatz für Konserven oder Einmachgläser, aber sie ergänzen sich gut. Dosen sind schwerer und teurer pro Einheit, aber einfacher zu handhaben. Einmachgläser sind wiederverwendbar, aber zerbrechlich und lassen Licht durch, es sei denn, man verstaut sie.
Für große Mengen trockener Grundnahrungsmittel — die Art, die man für einen längeren Zeitraum lagern möchte — sind Mylar-Beutel schlicht effizienter als die meisten Alternativen. Sie sind leicht, kompakt, günstig und wenn man sie korrekt verwendet, halten sie Jahrzehnte.
Eine Kombination von Methoden ist immer sinnvoll. Verwenden Sie Dosengemüse für kurz- bis mittelfristige Zeiträume, Mylar-Beutel für Ihre großen Getreidevorräte und Einmachgläser für hausgemachte Konserven. So streut man auch das Risiko, falls eine Methode versagt.



