Unsere modernen Kommunikationsmittel sind wunderbar, aber nicht unfehlbar. Internet und klassische Kommunikationsnetze können aus verschiedenen Gründen zeitweise ausfallen: technische Störungen, Cyberangriffe, extreme Wetterbedingungen oder Stromausfall. Dann ist es nützlich zu wissen, wie man kommunizieren kann. In den Niederlanden haben wir hiervon bereits konkrete Beispiele gesehen.
Diese Vorfälle zeigen, dass wir klug daran tun, alternative Kommunikationsmethoden in Reserve zu haben. So wie wir ein Erste-Hilfe-Set für physische Notfälle haben, ist es ebenso sinnvoll, auf Kommunikationsherausforderungen vorbereitet zu sein. In diesem Artikel teile ich praktisches Wissen, damit Sie auch ohne unsere üblichen digitalen Hilfsmittel verbunden bleiben können.
1. Alternative Kommunikationsmittel
Wenn mobile Netze und das Internet nicht verfügbar sind, gibt es noch andere Möglichkeiten zu kommunizieren.
Radio und Notdienste
Tragbare Radios mit Batterie- oder Solarbetrieb sind in Ihrer Ausrüstung unverzichtbar. Sie ermöglichen es Ihnen, Nachrichten und Behördenmitteilungen zu empfangen, wenn alle anderen Kanäle ausfallen.
Notfallradios mit Langwellen- und Kurzwellenverbindungen können Signale von entfernten Sendern empfangen, selbst wenn die lokale Infrastruktur ausgefallen ist.
Walkie-Talkies und CB-Funkgeräte
Walkie-Talkies (PMR-Funkgeräte) sind effektiv für die Kommunikation innerhalb eines begrenzten Bereichs wie einem Viertel oder Stadtteil. Ein Satz guter PMR-Funkgeräte mit Ersatzbatterien gehört in jedes Überlebenspaket.
CB-Funkgeräte und HAM-Funkgeräte (Amateurfunk) bieten eine wesentlich größere Reichweite. Für HAM-Funkgeräte benötigen Sie eine Lizenz, aber diese Investition lohnt sich bei langanhaltenden Krisen. Unternehmen Sie bereits Schritte, um Ihre Lizenz zu erwerben, bevor es zu spät ist.
Papiernotizen und Pinnwände
Organisieren Sie mit Nachbarn einen zentralen Informationspunkt, wo Nachrichten hinterlassen und gelesen werden können.
Vereinbaren Sie im Voraus mit Freunden und Familie spezifische Orte, wo Sie Notizen hinterlassen können.
Signale und Notsignale
Pfeifen, Rauchsignale oder Spiegel können lebensrettend sein, um auf Distanz Signale zu übermitteln.
Lernen Sie grundlegende Fähigkeiten im Morsecode. Mit einer Taschenlampe können Sie nachts über beträchtliche Entfernungen Nachrichten senden.
2. Informationen ohne Internet beschaffen
Bei Ausfall von Internet und Fernsehen gibt es weiterhin Möglichkeiten, Zugang zu wichtigen Informationen zu erhalten.
Analoges Radio
Lokale und nationale Sender übertragen über AM- und FM-Radio Updates zur Situation. Stellen Sie sicher, dass Sie diese Frequenzen kennen und notiert haben:
In den Niederlanden müssen Sie auf NPO Radio 1 für offizielle Notfallmeldungen und Updates einstellen:
- In Almere, Amersfoort, Arnhem, Breda, Den Haag, Eindhoven, Haarlem, Nijmegen, ’s-Hertogenbosch, Tilburg, Utrecht, Zaanstad und Amsterdam: 98.9 MHz
- In Rotterdam: 98.6 MHz
- In Apeldoorn, Deventer, Enschede und Zwolle: 98.4 MHz
- In Assen, Groningen und Leeuwarden: 91.8 MHz
- In Maastricht: 105.3 MHz
- In Middelburg: 104.4 MHz
- In Venlo: 104.8 MHz

In Belgien ist VRT NWS Radio 1 die wichtigste Quelle für Kriseninformationen:
- In Antwerpen: 94.2 MHz
- In Flämisch-Brabant: 91.7 MHz
- In Leuven: 98.5 MHz
- In Limburg: 99.9 MHz
- In Ostflandern: 95.7 MHz
- In Westflandern: 95.7 MHz
Für französischsprachige Gebiete in Belgien gibt RTBF (La Première – 95.1 FM) Updates.
Kurzwellenradios können Signale internationaler Sender empfangen, was bei großflächigen Krisen, die die nationale Infrastruktur betreffen, entscheidend ist.
Druckerzeugnisse und Gemeindeinformationen
Lokale Zeitungen und Flyer von Hilfsorganisationen enthalten oft wichtige lokale Informationen, die nicht über Radio verfügbar sind.
Erkunden Sie im Voraus, wo in Ihrer Umgebung physische Informationspunkte von Regierungsbehörden und Hilfsorganisationen eingerichtet würden.
Menschen ansprechen und mündliche Informationen verbreiten
Pflegen Sie Kontakte mit Nachbarn und lokalen Gemeinschaftsgruppen, um in Krisenzeiten Informationen auszutauschen.
Initiieren Sie regelmäßige Treffen an zentralen Orten, um gemeinsam Informationen zu teilen und kollektive Maßnahmen zu koordinieren.
3. Standort und Verabredungen mit Familie und Freunden
Ein langanhaltender Kommunikationsausfall erfordert einen robusten Plan, der im Voraus erstellt und von allen Beteiligten verstanden wird.
Vereinbarte Sammelpunkte
Legen Sie mit Ihrer Familie und vertrauenswürdigen Freunden spezifische Treffpunkte für verschiedene Szenarien fest.
Wählen Sie strategische Orte, die:
- Leicht erkennbar sind
- In verschiedenen Krisenszenarien sicher bleiben
- Nicht durch Menschenmengen überlastet werden
Definieren Sie einen primären Sammelpunkt in der Nähe für kleinere Vorfälle und sekundäre Punkte weiter entfernt für großflächige Evakuierungen.
Notfallplan und Kontaktpersonen
Erstellen Sie eine physische Kontaktliste mit allen wichtigen Adressen und Telefonnummern. Fertigen Sie hiervon mehrere Kopien an für Ihren Rucksack, Ihr Auto und in Ihrer Wohnung an einem festen Platz.
Schützen Sie diese Informationen vor den Elementen durch wasserdichte Aufbewahrung oder Laminierung.
Verteilen Sie identische Informationen unter allen wichtigen Kontakten, damit jeder über dieselben Daten verfügt.
Legen Sie Protokolle für Wartezeiten und Folgemaßnahmen fest, falls jemand nicht am Sammelpunkt erscheint.
4. Selbstversorgend bleiben ohne digitale Technologie
Der moderne Mensch ist meist hilflos ohne digitale Hilfsmittel. Hier folgen wesentliche Fähigkeiten, die Sie entwickeln müssen.
Navigieren ohne GPS
Lernen Sie die Arbeit mit traditionellen Papierkarten und einem Kompass. Üben Sie diese Fähigkeiten regelmäßig.
Markieren Sie im Voraus wichtige Orte auf Ihren Karten: Wasserversorgungen, Schutzräume, Sammelpunkte, Krankenhäuser und Evakuierungsrouten.

Finanzen ohne Online-Banking
Halten Sie eine strategische Barreserve an einem sicheren Ort bereit. Digitale Zahlungssysteme sind die ersten Opfer von Netzwerk- oder Stromausfall.
Entwickeln Sie ein Netzwerk für Tauschhandel in Ihrer lokalen Gemeinschaft. Erfassen Sie, welche Güter oder Dienstleistungen Sie in einer Krisenzeit anbieten können.
Sicherheit und Vorbereitung
Stellen Sie ein vollständiges Notfallpaket zusammen, das mindestens enthält:
- Trinkwasservorrat (mindestens 3 Liter pro Person pro Tag für mindestens eine Woche)
- Haltbare Lebensmittel für mindestens zwei Wochen
- Umfangreiches Erste-Hilfe-Set mit wichtigen Medikamenten
- Verschiedene Arten von Batterien und aufladbare Powerbanks
- Mehrere Lichtquellen (Taschenlampe, Kerzen, Öllampe)
Bauen Sie Beziehungen zu Nachbarn und lokalen Gemeinschaftsmitgliedern auf. Wenn Systeme versagen, sind starke Gemeinschaften die beste Sicherheitsgarantie.
Fazit
Eine Welt ohne Internet und moderne Kommunikationsmittel muss keine Katastrophe sein, wenn Sie gut vorbereitet sind. Indem Sie alternative Kommunikationsmethoden beherrschen, klare Vereinbarungen mit Angehörigen treffen und praktische Fähigkeiten entwickeln, können Sie mit Vertrauen mit vorübergehenden technologischen Unterbrechungen umgehen.
Betrachten Sie diese Vorbereitung nicht als Zeichen von Pessimismus, sondern als Form der Selbsthilfe. Genauso wie Sie sich gegen allerlei Risiken im Leben versichern, ist es klug, auch im Kommunikationsbereich einen Plan B zu haben. In herausfordernden Zeiten macht Wissen und Vorbereitung den Unterschied zwischen Panik und ruhigem Handeln. Teilen Sie dieses Wissen mit Ihrer Gemeinschaft – eine gut informierte Umgebung ist eine widerstandsfähige Umgebung.








