In den letzten Jahren werden immer mehr Smartphones mit einer Technologie ausgestattet, die früher nur professionellen Kommunikationsmitteln vorbehalten war: Satellitenverbindungen.
Backup, wenn das Mobilfunknetz ausfällt
In den letzten Jahren sorgen Smartphone-Entwickler für Satellitenverbindungen auf den Geräten. 2022 führte Apple die Funktion ein. Nutzer, die ein Gerät ab der iPhone 14-Serie haben, können Notfall-SOS-Nachrichten über Satellit versenden, wenn kein Mobilfunknetz oder WLAN verfügbar ist. Auch bestimmte Google Pixel-Modelle unterstützen die Funktion, ebenso wie das Samsung Galaxy S25.
❗️Einschränkungen von Samsung ❗️
Achtung: Das Samsung Galaxy S25 kann sich mit Satelliten verbinden, aber nicht einfach so. Samsung hat keine Zusammenarbeit mit Anbietern von Satellitenkonnektivität. Nur wenn dein Mobilfunkanbieter die Funktion anbietet, kannst du mit dem Samsung eine Satellitenverbindung herstellen.
Technologie rettet Leben
Für Menschen, die regelmäßig außerhalb der bewohnten Welt unterwegs sind, kann dies in Notfällen den Unterschied ausmachen. „Die Funktion hat bereits Leben gerettet“, sagt Michael Trela, der Senior Director der Satellitenabteilung von Apple. So erzählte er von einem gekenterten Fischerboot in Key West (Florida). Einer der fünf Menschen, die ins Wasser gefallen waren, konnte über Emergency SOS den Notruf erreichen, woraufhin die Küstenwache vor Ort kommen und alle fünf Schiffbrüchigen retten konnte.
Diese Smartphones haben eine Satellitenverbindung
Wir haben einige Smartphones ausgewählt, die eine Satellitenverbindung anbieten. Entdecke sie unten.
So funktioniert Satellitenkommunikation auf Smartphones
Satellitentelefone verbinden sich mit Satelliten in einer Umlaufbahn um die Erde anstatt mit terrestrischen Sendemasten, wie normale Mobiltelefone es tun. Bei Smartphones mit Satellitenfunktion ist das Prinzip vergleichbar, aber mit wichtigen Einschränkungen.
Das Telefon stellt eine Verbindung über Radiowellen her, wobei Informationen an einen Satelliten weitergeleitet und anschließend zu einer Bodenstation weitergeleitet werden. Apple gibt an, dass das Versenden einer Nachricht aufgrund der begrenzten Bandbreite zwischen 15 Sekunden und einer Minute dauern kann.
Was kannst du tun und was nicht?
Die Möglichkeiten sind im Vergleich zur regulären mobilen Kommunikation begrenzt:
- Was geht: Notnachrichten versenden, Standort teilen, Textnachrichten (begrenzt)
- Was nicht geht: Telefonieren über Satellit (auf den meisten Geräten), im Internet surfen, Fotos hochladen
- Voraussetzungen: Freie Sicht zum Himmel, Telefon in richtiger Position halten
Da Satelliten bewegliche Objekte mit begrenzter Bandbreite sind, kann es mehrere Minuten dauern, bis eine Nachricht gesendet wurde. Die Technologie verlangt also Geduld vom Nutzer.
Praktische Anwendungen und Einschränkungen
Wann ist es wirklich nützlich?
Für Notfälle in abgelegenen Gebieten:
- Bergwandern ohne Mobilfunkempfang
- Segeln oder Angeln auf offenen Gewässern
- Arbeiten an abgelegenen industriellen Standorten
- Naturkatastrophen, bei denen das Mobilfunknetz ausfällt
Unser Kontext: begrenzte Notwendigkeit?
In Deutschland ist der Nutzen von Satellitenfunktionen relativ begrenzt aufgrund der hohen Abdeckung von 4G- und 5G-Netzen – es gibt nicht viele Gebiete, wo es überhaupt keinen Mobilfunkempfang gibt. Für die meisten deutschen Nutzer wird die Funktion daher selten benötigt.
Dennoch sehe ich Szenarien, in denen es nützlich sein kann: denke an Überschwemmungen, Stromausfall durch Winterstürme oder einfach einen Wandertag in den Bergen, wo die Mobilfunkabdeckung dünner gesät ist.
Kosten und Verfügbarkeit
Sowohl Apple als auch Google bieten ihre Satellitendienste die ersten zwei Jahre kostenlos an, haben aber noch keine Preise für danach bekanntgegeben. Zum Vergleich: Garmins inReach-Dienst kostet 14,95 $ pro Monat, was einen Anhaltspunkt für mögliche Kosten gibt.
Alternativen für Notkommunikation
Wer oft in abgelegenen Gebieten unterwegs ist, hat mehrere Optionen. Profis werden eher einen separaten Satellitenkommunikator wählen als ein Smartphone mit eingebauter Funktion – weil diese heute noch nicht ganz ausgereift ist:
Dedizierte Satellitentelefone
- Iridium-Netzwerk bietet weltweite Abdeckung von Pol zu Pol
- Robuster und zuverlässiger als Smartphone-basierte Lösungen
- Höhere Kosten, aber bewährte Technologie
Satelliten-Messenger-Geräte
- Garmin inReach-Serie
- SPOT-Messenger
- Speziell für den Outdoor-Einsatz entwickelt
Smartphone-Apps bei bestehendem Netzwerk
- Apps wie Zello können dein Telefon über Internet als Walkie-Talkie fungieren lassen
- Funktioniert nur, wenn noch Internet verfügbar ist
Die Realität: nützlich für wenige, entscheidend für manche
Smartphones mit Satellitenfunktion sind eine interessante technologische Entwicklung, aber der praktische Wert variiert stark je nach Nutzer. Für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung wird die Funktion ein ’nice to have‘ bleiben, das sie – glücklicherweise – wahrscheinlich nie verwenden müssen.
Für Menschen jedoch, die regelmäßig außerhalb der Reichweite mobiler Netze unterwegs sind – oder die sich auf außergewöhnliche Umstände vorbereiten möchten – kann es ein wertvolles Backup darstellen. Es ist kein Ersatz für echte Satellitenausrüstung, aber eine praktische Ergänzung zu deinem bestehenden Smartphone.
Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und wird sich in den kommenden Jahren zweifellos verbessern. Für jetzt gilt: praktisch zu haben, aber verlasse dich in kritischen Situationen nicht dein Leben darauf.








